Sonniges OS

06.06.08

 
Permalink 10:55:35, Kategorien: blade the bofh, egotrip  

Sonniges OS

Seit ungefähr drei Monaten benutze ich nun auf meinem Hauptarbeitsrechner im Büro Sun Solaris. Das ewige geficke mit dem Windows Müll ging mir irgendwann auf den Keks -besonders da ich mich in einer Unixoiden Umgebung eigentlich viel Wohler fühle, und die Zielplattform der meisten Programme, die ich schreibe, ein Debian GNU/Linux ist. Hinzu kam der Umstand dass das Windows auf meinem Rechner schon seit knapp zweieinhalb Jahren auf dem Rechner lief, und wie jeder weiss wird Windows nach einer gewissen Zeit etwas träge.

Also entschied ich mich zu diesem Zeitpunkt Windows von der Platte zu putzen und Solaris zu installieren. Die Wahl auf Solaris fiel mir relativ leicht, da es ein Unix sein sollte, ich Linux nur bedingt leiden kann, und sich mein Lieblingsunix, OpenBSD, nicht für Workstations eignet. Nahezu alle Programme die ich zu meiner täglichen Arbeit benötige sind auch unter Solaris verfügbar, und funktionieren ohne dass grössere Anpassungen nötig wären.

Mit der Hardwareunterstützung sieht es bei Solaris, im Vergleich zu Linux oder gar Windows, etwas düster aus. Wenn man ernsthaft Solaris einsetzen will, kann es vorkomme das man das eine oder andere Stück Hardware austauschen muss. Besonders Grafikkartentreiber können ein Problem darstellen, sofern man nicht gerade eine Nvidia Grafikkarte sein eigen nennt. Für Nvidia und Intel Grafikchips sind Treiber vom Hersteller zu bekommen, bei Nvidia sogar für nahezu jeden Grafikchip. Bei ATI/AMD hat man weniger Glück, dafür gibt es einfach keine, weder vom Hersteller noch Freie, wer die Grafikkarte nicht Austauschen kann oder will muss sich mit dem VESA Treiber zufrieden geben. 3D Beschleunigung oder Multi-Monitor Unterstüzung gibt es damit freilich nicht. Eine Schande für AMD, doch wer will denn schon eine ATI Grafikkarte?

Für Netzwerkkarten ist die Unterstützung gut, auch wenn man meist auf freie Treiber zurückgreifen muss, und die Installation mitunter etwas hakelig sein kann. Manchmal muss man einem Treiber einfach nur mit genug Überzeugungskraft beibringen, das er mit diesem Gerät umgehen kann, er weiss es nur nicht.

Nachdem man alle Treiber beisammen hat, bekommt man mit Solaris ein schönes, stabiles und perfomantes Betriebsystem mit einer breiten Auswahl an verfügbarer Software -nur mit seinem Compiler sollte man sich gut verstehen, denn Binaries für Solaris bekommt man nur selten.

Solaris bietet einem erfahrenen Unixbenutzer eine ihm vertraute Arbeitsumgebung, doch es gibt einige Stolpersteine, es ist zwar alles was man erwartet, doch manche Dinge sind einfach nicht an dem Ort wo man sie sucht. Einer der Stolpersteine beispielweise, ist dass sich die Homedirs nicht unter /home sondern unter /export/home befinden. Nur leider hat es niemand fertig gebracht dem adduser Skript dies mitzuteilen. Ein punkt der einem schier in den Wahnsinn treiben kann wenn man es nicht weiss.

Alles in allem bin ich mit Solaris in höchstem Maße zufrieden, auch wenn meine Solaris Installation nicht lange durchgehalten hat: Vor einer Woche bekam ich eine neue Maschine, mit ordentlich RAM, und einem Zeitgemäßen Prozessor, und so ging die Installations Orgie von neuem los. Bei meinem neuen Rechner ist noch nicht alles fertig eingerichtet, einige essentielle Programme fehlen mir noch, doch die werden im Lauf der nächsten Woche folgen.

Wer sich ein stabiles und mordernes Unix für seine Workstation wünscht, und mit Linux nicht richtig warm wird, dem kann ich nur empfehlen einmal einen Blick auf Solaris zu werfen, es lohnt sich.

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