Jetzt muss ich doch mal mein dummes Maul aufreissen
Vorgestern stimmte ich Tears noch vollkommen zu, als er sich zu dem Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus äusserte, und Psy-Chotic tat dasselbe.
Nun ging die Diskussion in Psy-Chotic's Blog etwas weiter, und nun komme ich auch nicht mehr umhin meinen Senf dazuzugeben.
Zuallerst möchte ich klarstellen, dass ich absolut nichts gegen Türken habe, nicht im geringsten. Mir ist es auch Scheissegal ob Türkische Frauen in Deutschland Kopftücher tragen, und zwar unabhängig Davon ob das nun in der Türkei geduldet wird oder nicht, dass ist schliesslich eine Angelegenheit dieser Frauen, und geht mich absolut nichts an.
Das Problem liegt, wie sowohl Psy-Chotic, als auch Tears festgestellt haben in der Mangelden Anpassung, und zwar von beiden Seiten, sowohl seitens der Deutschen, als auch der Türken.
Was soll man dazu sagen, es schwer irgendetwas zu sagen, es ernst zu meinen, ohne dabei in die eine, oder andere Ecke gedrängt zu werden, wobei es mir völlig gleich ist ob ich nun von Staatlicher Seite überwacht werde. Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, so muss ich ein weiteres mal Psy-Chotic zustimmen, die ersten Verfehlungen seitens der Deutschen fanden statt, als man die ersten Türkischen Gastarbeiter nach Deutschland holte, nicht aus böser Absicht sondern weil man nie besonders darüber nachdachte, dass da Kulturen aufeinander treffen die sich sehr von einander unterscheiden. Dass es in solchen Situationen dann Probleme gibt, ist unvermeidlich, doch Wahrscheinlich hoffte man darauf dass entweder die Gastarbeiter, die man am liebsten als Lückenbüßer gesehen hätte, schnell wieder verschwinden, oder dass sich das Problem irgendwann von selbst löst. Beides ist nie Geschehen, und so ist eine neue Generation herangewachsen die sich weder in Deutschland, noch in der Türkei richtig zuhause fühlt, und sich mit einer der beiden Kulturen identifizieren kann.
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund führen Unterschiede in der Gesellschaft, egal, welcher Natur sie sind, zu einer Ghettobildung, welche als Katalysator auf die Probleme wirkt, diese noch verstärkt, und diese Kanalysiert.
Vor dem unrühmlichen Hintergrund der Deutschen Geschichte entsteht dann eine Abwehrhaltung, die quasi jeden Deutschen als Rechtsextremen hinstellt. Ohne die Existenz von Rechtsextremen Subjekten leugnen, relatievieren, oder verharmlosen zu wollen, ist es aber eine Tatsache dass die meisten Deutschen eben keine rechten sind, und auch nicht deren Gedankengut teilen. So darf man es eigentlich auch keinem Deutschen verübeln dass er sich angegriffen fühlt wenn man ihn als Nazi beschimpft. Dass es sowas nicht gebe, das hier niemand als Nazi beschimpft werde, wird gerne behauptet, aus eigener Erfahrung muss ich sagen dass das nicht selten vorkommt, gerade in Schulen in denen die einzige Minderheit teilweise Deutsche Kinder darstellen.
In Schulen, in der die anzutreffenden Individuen noch jung, und leicht zu Manipulieren sind wird dann auch gerne von beiden Seiten Hass geschührt. Die ersten Konfrontationen finden statt, es findet erneut Ghettobildung statt, wenn auch in einer kleineren Dimension. Ab diesem Zeitpunkt ist es eigentlich schon zu spät, jede Bemühung um Integration ist gescheitert, und eine quasi unüberwindbare Kluft entstanden.
Dass es dann in der Grundschule dann noch das Fach 'Ausländer-Förder' gibt, zu dessen Besuch jeder dessen Religion nicht Katholisch oder Evangelisch ist tut ihr übriges.
Die Problematik entsteht nicht durch Kopftücher, andere Religionen, andere Werte, andere Kulturen, sondern durch gemeinschaftliches, gegenseitiges ausgrenzen. Sie wird auch nicht durch neue Integrationsbemühungen der Regierung gelöst, sondern nur verstärkt. Wer sich selbst als Fremden sieht, der wird auf Ewig Fremder sein. Erst wenn der Grundgedanke des Anderseins fällt, dann fallen die Mauern zwischen den Kulturen.
