Google Analytics - Pakt mit dem Teufel ?

31.10.07

 
Permalink 10:45:28, Kategorien: Irgendwo im www, blade the SEO  

Google Analytics - Pakt mit dem Teufel ?

Einer der weniger bekannten Services die der Suchmaschinenprimus Google Seitenbetreibern zur Verfügung stellt ist Google Analytics, ein Javascript basierendes Traffic Analyse Tool. Google stellt dem Webmaster das Werkzeug kostenlos zur Verfügung, solange die Anzahl der Hits die das Tool registriert nicht über fünf Millionen liegt. Im Gegensatz zu den prominenten Webmastertools ist Google Analytics nur sehr wenig Webmastern bekannt.

Googles Tool lässt sich sehr einfach in die eigene Webpräsenz integrieren, es müssen nur jeweils zwei Zeilen Javascript in die zu analysierenden Webseiten eingebunden werden. Serverseitige Skripte oder andere Änderungen am Code müssen nicht vorgenommen werden, es ist für den Besucher auch nicht direkt ersichtlich ob eine Webseite Google Analytics nutzt.

Da sämtliche Daten mithilfe von Javascript erhoben werden, tauchen Besucher welche Javascript nicht aktiviert haben nicht in den Berichten und Statistiken des Werkzeuges auf. Eben so wenig werden 'falsche' Besucher also Crawler von Suchmaschinen oder Webseitensammler (scraper) erfasst.

Nach der Integration von Google Analytics in eine Webseite dauert es je nach Besucheraufkommen bis zu 24 Stunden bevor man Daten einsehen kann. Wenn es allerdings erst soweit ist kann man im ersten Moment das Gefühl bekommen in der Datenflut zu ertrinken, denn was Google alles zusammenträgt ist beeindruckend bis schockierend. Aufenthaltsdauer, Landing und Exitpages, Navigationspfade, sogar die Bildschirmauflösung der Besucher werden von Google protokolliert.
Für den meisten Daten stellt Google Analytics verschiedene Diagramme bereit womit sich Trends und Zusammenhänge leicht erschliessen lassen. Je nach Bedarf kann man den Zeitraum der zu analysierenden Daten auf einzelne Tage eingrenzen oder sämtliche bisher erfassten darstellen.

Derart detaillierte Statistiken mögen zuerst unsinnig wirken stellen jedoch sehr eine sehr gute Grundlage für die Webseitenoptimierung dar, und das in vielerlei Hinsicht. Scheint die verwendete Bildschirmauflösung zuerst pure Sammelwut von Google zu sein, ist sie doch eine wichtige Information für den Webmaster der meist genötigt ist von einer gewissen Mindestauflösung auszugehen und seine Webpräsenz dementsprechend zu gestalten. Zwar gibt es öffentlich verfügbare Statistiken über die meist verwendeten Bildschirmauflösungen, doch sind diese Daten meist nicht besonders aktuell und auch nicht unbedingt repräsentativ. Derartige Details sind in vielen Fällen stark Zielgruppenabhängig, und die ganz spezielle, eigene Zielgruppe ist immer noch am Entscheidensten. Umfassende Information über Einstiegs- (Landing Pages) und Ausstiegsseiten (Exit Pages) sind der Schlüssel für Erfolgsversprechende Optimierung und kann auch auf schwerwiegende Probleme hinweisen.

Während die Einstiegsseiten 'nur' aufzeigen wieso ein Besucher kam, zeigen Exitpages wieso er wieder gegangen ist. Häufig sind Landing Page und Exitpage identisch was darauf hindeutet, dass der Besucher nicht das sah was er sich erhoffte, das ist nicht weiter tragisch, jedoch sollte man herausfinden woher der Besucher eigentlich kam und was er wollte, möglicherweise ist ja nur der Seitentitel missverständlich. Ein realistisches Beispiel ist der Onlineshop bei dem die meisten Besucher die Seite verlassen nachdem sie das Impressum lasen, nicht selten ein Zeichen dafür das irgendwo jemand versucht den Shop oder dessen Inhaber zu denunzieren, oder sich über die schlechte Behandlung beschwert. Beides sind Dinge die wichtig zu wissen sind, und die man sonst möglicherweise nur auf Umwegen erfährt.

Damit der Webseitenoptimierer nicht den Überblick verliert kann man in Analytics Zielwerte für verschiedene Einzelwerte festlegen die Google Analytics dann überwacht. Das kann nützlich sein wenn eine Optimierungsstrategie viele Einzeloptimierung umfasst. Auch spezielle Ereignisse die sonst nicht, oder nicht nützlich erfasst werden könnten wie Downloads oder Verkäufe kann der Webmaster in Google Analytics miteinbeziehen. Dazu ist es nur notwendig für die betreffenden Links oder Buttons

onClick

Ereignisse zu definieren die Analytics Hilfe gibt hier detailliert Auskunft. Für Klickraten auf die anderweitig auch nicht Erfassbaren externen Links gilt dasselbe.

Trotz des reichhaltigen Funktionsumfanges ist die Bedienung des Werkzeuges sehr einfach und meist auf den ersten Blick schlüssig. Besonderen Komfort bietet das so genannte Websiteoverlay, welches die zu analysierende Seite darstellt und unter den Links die Klickrate anzeigt. Aufgrund der exzessiven Verwendung von Javascript bedient sich das Overlay bisweilen recht zäh.

Google Analytics Hauptvorteile sind seine einfache Integration die auch bei bestehenden Systemen problemlos möglich ist sowie der guten Darstellung der Daten. Bessere Analysefunktionen als Google Analytics sie bietet sind schwer zu finden und bei weitem nicht so leicht zu integrieren. In Kombination mit herkömmlichen logging Verfahren auf Webserver Ebene, stellt Google Analytics ein hervorragendes Werkzeug zur Trafficanalyse und Webseitenoptimierung dar.

Dass ein so verlockendes Angebot, auch wenn es kostenlos ist, seinen Preis hat dürfte jedem vernünftig denkenden Menschen einleuchten, ganz besonders wenn es von Google ist. Google ist ein Unternehmen und handelt nicht aus christlicher Nächstenliebe. Da Google Analytics hinter der Fassade einer Webseite agiert, und sich für den Besucher nicht zu erkennen gibt, ist der einzige Gewinn den Google dadurch macht in den akkumulierten Daten zu suchen. Welche Informationen das Analytics Skript tatsächlich sammelt ist nicht zu erschliessen, denn es wird direkt von einem Google server geladen und kann sich damit ständig ändern. Durch die Gebotenen Analysefunktionen weiss man zumindest was Google Analytics definitiv aufzeichnet, doch dabei könnte es sich nur um die Spitze des Eisberges handeln. Jedem Webmaster der Google Analytics einsetzt muss klar sein dass Google durch die übermittelten Daten enorm viel über die Besucher der Seite erfährt. Dadurch dass Google potenziell sämtliche per Javascript abrufbaren Daten der Nutzer zur Verfügung hat, (inklusive Formulardaten!) sollte man davon absehen Google Analytics auf Seiten einzusetzen welche Möglicherweise sensible Informationen beinhalten. Ob der Einsatz von Google Analytics zu verantworten ist muss der Seitenbetreiber für sich selbst entscheiden. Es bleibt aber anzumerken dass Google Analytics wohl keine Verschlimmerung darstellt wenn Google Adsense bereits genutzt wird, denn Googles Kontext Werbung benötigt ebenso ein extern gelagertes Javascript, die Informationen stehen Google potentiell dann so oder so zu Verfügung. In diesem Falle kann man Google Analytics als Nutzbarmachung brachliegender Ressourcen betrachten, denn den Preis hat man schon bezahlt.

Zu Google Analytics gibt es unzählige Alternativen welche unter Umständen nicht unter einem bitteren Beigeschmack zu leiden haben, die meisten davon sind jedoch nicht annähernd so komplett. Da besonders die auf Serverebene fungierenden Mitbewerber sich auch wunderbar mit Google Analytics kombinieren lassen möchte ich ergänzend zwei aus dieser Gattung nennen:

  • BBClone - Ein php Skript das in jede zu analysierende Seite eingebunden werden muss, legt eigene Logfiles an.
  • AWStats - Ein perl Skript das Webserver Logfiles auswertet und sich daher für alle arten von Content eignet. Funktioniert auch Offline mit heruntergeladenen Logfiles.

Nähere Informationen zu Google Analytics sowie den Schnellstart gibt's auf der Google Analytics Seite, welche ich hier nicht verlinken werde sondern ausnahmsweise auf die Google Methode verweise: Bei Google nach "Google Analytics" suchen.

Nachtrag 04.04.2008

Neue Funktionen in Google Analytics

 

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Kommentar von: Tears [Besucher] Email · http://blog.dead-black-rose.de
Zu BBClone sei gesagt, dass das Skript verdammt viel Speicher verbraucht und somit bei einer Standard-Apache-Konfiguration schnell mal das Zeitliche segnet und die User mit Fehlermeldungen beglückt. Das nur aber mal am Rande... zu Google sag ich mal nichts... wie du schon beschrieben hast ist es ein Pakt mit dem Teufel... ohne den man allerdings vorallem was Adsense angeht, nur schwer auskommt...
PermalinkPermalink 31.10.07 @ 11:07

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