Porno Poker bei Arcor

20.09.07

 
Permalink 11:01:17, Kategorien: Aktuell  

Porno Poker bei Arcor

Zensur bei Arcor, Tears berichtete darüber Spitzel auch, im Allgemeinen ist der Aufschrei in Blogs und Foren gross. Die betroffen Seiten sind grösstenteils auf den deutschen Markt ausgerichtete Pornoseiten ohne Altersverifikation, welche gegen § 184 StG, Verbreitung Pornographischer Schriften verstösst und somit in Deutschland als Illegal gelten.

Anstoss der Sperrungen welche übrigens auf IP und nicht auf DNS Ebene erfolgten, war eine Aufforderung der Hannoveraner Kirchberg Logistik GmbH. Die Gesellschaft betreibt wie Arcor selbst auch Erotik Angebote mit Altersverikation und steht daher in direkter Konkurrenz zu den gesperrten Angeboten.

Eine rechtliche Notwendigkeit der Aufforderung der Kirchberg Logistik GmbH Folge zu leisten bestand für Arcor indes nicht. Ein Internet Provider ist nur dann dazu verpflichtet den Zugang zu einem Internet Angebot zu sperren wenn entweder eine amtliche Sperrverfügung (wie sie RStV §59.3 vorsieht) oder gerichtliche Entscheidung vorliegt.

Arcor braucht sich sich allerdings auch vor keinerlei juristischen Konsequenzen vorzusehen denn dass Vorgehen des Providers ist vollkommen legal, Provider sind dazu berechtigt offensichtlich illegale Angebote zu sperren, nicht zuletzt um nicht als Mitstörer zur Verantwortung gezogen zu werden. Aufgrunddessen steht Arcorkunden auch kein ausserordentliches Kündigungsrecht zu, eine Entschädigung für entgangene (Informations-) Befriedung ist seitens des Providers auch nicht zu erwarten.

Obwohl die betroffenen Angebote zwischenzeitlich alle wieder erreichbar sind ist für den Provider allerdings ein erheblicher Imageschaden entstanden, einhergehend mit enormem Vertrauensverlust von Kundenseite.

Arcors handeln war in vielerlei Hinsicht aüsserst unüberlegt denn die Aktion hat sowohl die Zensurgegner (wegen der Sperrung) als auch die Jugendschützer (wegen der Aufhebung der Sperrung) fühlen sich auf den Plan gerufen und Argumenterieren weiter, und wohl kaum zum Besten des Providers. Es wäre auch nicht allzu anwegig Arcor aufgrund seiner eingenen Erotik Angebote einen Intressesnkonflikt vorzuwerfen.

Zu befürchten bleibt nur dass die Praxis (offentsichlich|scheinbar|möglicherweise) illegale Angebote ohne zwingenden Rechtsgrund zu sperren, sich auch bei anderen Providern etabliert.

Die Entscheidung über (offensichliche) Legalität oder Illegalität darf keinesfalls von einem Provider getroffen werden der in einem Konkurrenzverhältnis zu den gesperren Seiten steht, sondern muss von Amtlicher Seite erfolgen. Ansonsten ist bald die Arcor Homepage aufgrund offentsichlicher Rechtsverstösse für t-com Kunden nicht mehr erreichbar.

In der Hoffnung dass dropfknuck.net und somit das dropfblog auch künftig aus dem Arcor Netz erreichbar ist werde ich diesen Monolog mit einem Zitat von Goethe abschliessen, einem Zitat dass sich insbesondere Entscheidungsträger bei Arcor zu Herzen nehmen sollten, sofern es nicht ihren geistigen Horizont übersteigt.

Der denkende Mensch irrt besonders,
wenn Er sich nach Ursache und Wirkung erkundigt,
sie beide machen das Inteilbare Phänomen.
Wer dass zu Erkennen weiss ist auf dem rechten Wege zum Tun und zur Tat.

 

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